Sind Katzen Einzelgänger?

Katzen sind keine geborene Einzelgänger, häufig werden sie zu Einzelgängern erzogen!


Unseren geliebten Hauskatzen wird oft nachgesagt, dass sie Einzelgänger sind und keinen Artgenossen benötigen, um ein glückliches Leben zu führen. Wer sich aber mit dem Wesen einer Katze auseinander setzt, wird schnell feststellen, dass Katzen sehr soziale Tiere sind. Denn laut Definition meidet ein Einzelgänger seine Artgenossen außer zur Paarungszeit und dies trifft nicht auf die Spezies Katze zu. Viele Katzenliebhaber berichten, dass es wunderschön ist, mit mehreren Katzen zusammen zu leben. Unter Katzen kann man wahrhafte Katzenfreundschaften erkennen, welche gerne den Tag miteinander verbringen und die Nähe zueinander suchen. Der Grundstein eines sozialen Vierbeiners wird in der Kindheit bzw. in der Aufzucht einer Katze gelegt. Wer einmal die Entwicklung eines Katzenwurfes miterlebt hat, wird bestätigen können, dass Katzen überaus liebevolle und fürsorgliche Tiere sind, welche für ihre Entwicklung dringend soziale Kontakte zu Artgenossen benötigen.   

Kleine Kitten:

  • spielen und raufen miteinander

  • sie kommunizieren durch ihre Körpersprache sowie mit Lauten untereinander,

  • sie putzen  und liebkosen sich,

  • sie schlafen und kuscheln miteinander,

  • sie fressen und trinken gemeinsam,

  • gehen gemeinsam auf die Katzentoilette und

  • verbringen den ganzen Tag miteinander.

Die Kitten eines Wurfes können ihre Muskeln im gemeinsamen Spiel miteinander trainieren sowie ihre Kräfte messen und es werden sich innerhalb der ersten 12 Lebenswochen kleine Persönlichkeiten entwickeln. Je sozialer ein Katzenwelpe aufwächst, desto friedlicher wird es später mit anderen Samtpfoten umgehen.   

Für eine Katze, insbesondere aber eines kleinen Kitten mit einem Abgabealter von 12-13 Wochen, ist es umso schöner mit einem Geschwisterchen gemeinsam in die Welt einer anderen Familie zu ziehen. Gerade wenn ein Kitten mit mehreren Geschwistern sowie der Mutter und eventuell noch anderen Fellnasen gemeinsam aufgewachsen ist, ist es sehr traurig, wenn es plötzlich ganz alleine:

  • in einer fremde Umgebung,

  • mit fremden Gerüchen,

  • mit fremden Geräuschen,

  • in einem anderen Tagesrhythmus sowie

  • mit fremden Zweibeinern ziehen muss, ohne Kontakt zu einem Gleichgesinnten.

Jeder sollte sich einmal in die Lage eines kleinen Kätzchen hinein versetzen, wie sich ein Kitten getrennt von der Mutter und seinen Geschwistern fühlen mag.

Viel schöner wäre es doch, wenn…

  • zwei Kitten gemeinsam ein neues Zuhause finden würden

  • sie gemeinsam aufwachsen und alt werden könnten

  • zwei Kitten miteinander Zeit verbringen können, weil ein Tag 24 Stunden und jeder Mensch seinen Tagesablauf mit den dazugehörigen Verpflichtungen hat (Familie, Haushalt,  Arbeit, Freunde etc.)

  • sie einen Artgenossen zum spielen haben, falls einmal keiner Lust oder Zeit zum spielen hat

  • sie miteinander Kommunizieren können und es eine weitere Fellnase gibt, der die gleiche Sprache spricht

  • sie gegenseitig Zärtlichkeiten und Liebkosungen austauschen können, weil der Lieblingsmensch lieber mit seinen Partner oder seinen Kindern kuschelt.


Wie heißt es in einem Sprichwort von Anna Gavalda: Zusammen ist man weniger alleine.


Es gibt noch unendlich viele Argumente, warum es besser ist zwei Katzen bei sich aufzunehmen und nicht nur ein kleines Kitten. Man sollte auch bedenken, dass sich zwei Kitten unkomplizierter aneinander gewöhnen als ein älteres, erwachsenes Tier an einen Neuzugang.  

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es unkompliziert ist, wenn zwei Kitten aus einem Wurf in eine neue Familie ziehen oder wenn zwei Kitten unterschiedlicher Rassen,in einem ähnlichen Alter zusammen geführt werden. Ab der Geschlechtsreife von ca. 6-8 Monaten wird es mit zunehmendem Alter komplizierter zwei fremde Katzen aneinander zu gewöhnen. Was aber nicht heißen soll, dass es unmöglich sei. Es bedarf jedoch mehr Zeit und größeres Fingerspitzengefühl.  


Sie besitzen bereits eine Katze?

Wenn Sie bereits mit einer Katze zusammenleben und Sie gerne einer zweiten Katze ein neues Zuhause geben möchten, dann könnten Ihnen eventuell folgende Punkte bei Ihrer Entscheidung helfen:

1. Achten Sie auf das Alter

Ein Senior hat andere Bedürfnisse, eine anderes Temperament und einen anderen Tagesrhythmus als ein Kitten. Die ältere Katze könnte schnell genervt sein von der quirligen, jüngeren Katze und es könnte zu Stress unter den Tieren kommen.

2. Ist Ihre Katze ein Individualist

Auch wenn Sie es „Gut“ für Ihre Katze meinen, kann man nicht alle Katzen miteinander Vergesellschaften. Hier spielten Sympathie und Antipathie eine große Rolle und können nicht von uns bestimmt werden. Es könnte sein, dass Ihre Altkatze sich weigert einen Neuzugang näher kennenzulernen sowie dessen Gegenwart zu akzeptieren und es könnte zu Revierkämpfen kommen, da die neue Katze als Rivale empfunden wird, welcher in das heimische Revier eindringt.  

3. Sie haben einen Katzenfreund verloren

Haben Sie eine ältere Katze, die ein sehr gutes Sozialverhalten besitzt, da sie es kennt mit anderen Katzen zusammenzuleben oder eventuell eine Katze ihren Katzenpartner durch einen Schicksalsschlag verloren hat und trauert, so könnten Sie eine zweite Katze zur Vergesellschaftung wieder dazu nehmen. Zu bedenken wäre auch hier, dass zwei unterschiedlich alte Katzen auch unterschiedliche Bedürfnisse haben. Eine ältere Katze ist oftmals ruhiger als ein verspieltes Kitten. In jeden Fall müssen Sie aber davon ausgehen, dass es eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigt, bis es zu einer harmonischen Katzenbeziehung kommt.                                                                                              

4. Achten Sie auf das gleiche Geschlecht                                                                                       

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich zwei Katzen des gleichen Geschlechts besonders gut miteinander vertragen. Dies liegt oftmals am gleichen Spielverhalten da sich das Spielverhalten zwischen Kätzchen und Katern unterscheidet. Im Kittenalter ist es noch unkompliziert jedoch ab der Geschlechtsreife kann es zu Streitigkeiten unter den Katzen kommen.                                              

5. Das Temperament einer Katzenrasse                                                                                        

Jede Katzenrasse hat ein unterschiedliches Temperament. Wählen Sie die Rasse einer Zweitkatze mit bedacht aus um Stress unter den Katzen zu vermeiden. Eine temperamentvolle Katze wird einer ruhigen Katze irgendwann auf die Nerven gehen.                                                                               

6. Nehmen Sie sich Zeit bei der Zusammenführung zweier Katzen                                            

Setzen Sie sich nicht unter zeitlichen Druck. Je entspannter Sie selber sind, desto entspannter werden auch Ihre Katzen sein.

7.Vermeiden Sie einen häufigen Fehler                                                                                       

 Schenken Sie Ihrer „Altkatze“ besonders viel Zuwendung und Aufmerksamkeit!!! Das ist der größte Fehler den viele Katzenfreunde machen, indem sie dem Neuzugang all ihre Aufmerksamkeit geben und ihre Altkatze nicht die gewohnte Zuwendung schenken. Die Altkatze fühlt sich vernachlässigt und sie könnte ihren Unmut über den Neuzugang durch Unsauberkeit zum Ausdruck bringen.   

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